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Mündliche Leistungsermessung im Fremdsprachenunterricht. Entwicklung eines Beurteilungsrasters für Sprechkompetenzen im Französischunterricht zum Ende der gymnasialen Sekundarstufe I in Bremen.

Sibylle Seyferth

Betreuer: Prof. Dr. Andreas Grünewald

Es handelt sich um ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, in dem mündliche Tests im Fremdsprachenunterricht im Fokus stehen.
Für den Deutsch als Fremdsprache-Unterricht werden seit mehr als 30 Jahren valide Testinstrumente entwickelt, die weltweit eingesetzt werden.

In den letzten zehn Jahren wurden im Rahmen der Verbreitung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) vermehrt Tests für Kinder und Jugendliche entwickelt, die alle sprachlichen Fertigkeiten inklusive des Mündlichen umfassen. Für den Französischunterricht ist es schwieriger, passendes Testmaterial zu finden. Das Centre international d’études pédagogiques (CIEP) in Frankreich entwickelt standardisierte Tests, die sich am GeR orientieren, aber außerschulisch oder ergänzend eingesetzt werden. Mit den Bildungsstandards hat sich in Deutschland vor zehn Jahren die Leistungsmessung in der ersten Fremdsprache durchgesetzt, woraufhin Lehr- bzw. Bildungspläne entwickelt wurden, die auch für die zweite Fremdsprache (meist Französisch oder Spanisch) an den GeR orientierte Lernziele vorsehen. Da die Sprechkompetenzen in der aktuellen fachdidaktischen Diskussion einen großen Stellenwert einnehmen, stellt sich die Frage, wie die Sprechkompetenzen in schulischen Tests repräsentiert sind.

Nach Experteninterviews zur derzeitigen Unterrichts- und Weiterbildungspraxis bezüglich des mündlichen Testens und der Assessment Literacy sollen Werkzeuge in Form bestehender Aufgaben und Beurteilungsraster aus einem anderen Bundesland analysiert und angepasst werden, die Französischlehrkräften in Bremen helfen können, eine kriterienorientierte Leistungsmessung der Sprechkompetenzen in die eigene Unterrichtspraxis zu integrieren. Die Frage nach der Übertragbarkeit eines Testinstruments auf einen anderen schulischen Kontext steht dabei im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens. Die entwickelten und pilotierten Testmaterialien werden den Lehrkräften in einer Fortbildung vorgestellt und peer-evaluiert.

Literaturhinweise:

Arras, U. (2010): Subjektive Theorien als Faktor bei der Beurteilung fremdsprachlicher Kompetenzen. In: Berndt, A., Kleppin, K. (Hrsg.): Sprachlehrforschung: Theorie und Empirie. Festschrift für Rüdiger Grotjahn. Frankfurt am Main: Peter Lang, S.169 – 179.

Cheng, L. (2005): Changing language teaching through language testing: A washback study. Studies in Language Testing 21, Cambridge: Cambridge University Press.

Fulcher, G.,/Davidson, F. (2007): Language Testing and Assessment. An advanced resource book. New York: Routledge.

Europarat (2001): Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen. Frankfurt: Langenscheidt.

Grotjahn, R. (2009): Testen im Fremdsprachenunterricht. Aspekte der Qualitätsentwicklung. Praxis Fremdsprachenunterricht,1, S. 4-8.

Hutterli, S. (2011): Beurteilung der Sprechkompetenz in einer Fremdsprache. Theorie und Praxis zur Einführung neuer verfahren in einem schweizerischen Schulsystem (Fallstudie). Bern: Peter Lang AG.

Luoma, S. (2004): Assessing Speaking. Cambridge University Press.

Martyniuk, W. (Ed.) (2010): Aligning tests with the CEFR. Reflections on using the Council of Europe’s draft Manual. Cambridge: Cambridge University Press.

Quetz, J. (2008): Zwei Welten: Testen und Prüfen in Deutschland. Abschluss einer Diskussion „Leistungen feststellen und bewerten“. In: Praxis Fremdsprachenunterricht. 1/2008, S. 4 – 8.

Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) (2004): Bildungsstandards für die erste Fremdsprache(Englisch/Französisch) für den Mittleren Schulabschluss. Beschluss vom 4.12.2003. München: Wolters Kluwer Deutschland GmbH.

Senator für Bildung und Wissenschaft Bremen (Hrsg.) (2006): Französisch / Spanisch als zweite Fremdsprache. Bildungsplan für das Gymnasium. Jahrgangsstufe 6 – 10.

(Promotionsvorhaben, Betreuer: Prof. Dr. Andreas Grünewald)