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Entwicklung und Evaluation einer mehrsprachigkeitsberücksichtigenden Lehrerhandreichung für den Anfangsunterricht Spanisch der Sek I

Sandra Bermejo Muñoz

Betreuer: Prof. Dr. Andreas Grünewald

In einer zunehmend diversifizierten Gesellschaft muss sich das Bildungswesen neuen Herausforderungen stellen. Dazu gehört unter anderem der erhöhte Anteil an Mehrsprachigkeit, mit dem Lehrkräfte in ihrem Fremdsprachenunterricht konfrontiert werden.
Es handelt sich hierbei nicht nur um das gewachsene Angebot an Fremdsprachen, sondern vor allem auch um die erhöhten Anteile an Schülerinnen und Schülern mit anderen Erstsprachen als Deutsch. Die Fremdsprachenlehrkräfte sind sich dieser schulischen und lebensweltlichen Sprachenvielfalt häufig bewusst, wissen aber nicht, wie sie mit dieser umgehen sollen. Dabei wird das Ziel „Mehrsprachigkeit“ im Sinne des Erlernens mehrerer Fremdsprachen und dem Erhalt vorhandener Erstsprachen seit Jahren von europäischer und bundesdeutscher Seite unterstützt (vgl. z.B. Europarat 1995, 2001).

Forschungsvorhaben
An dieser Stelle setzt das geplante Forschungsvorhaben an und möchte für die Lehrkräfte ein Produkt entwickeln und evaluieren mit dem sie sich der Herausforderung eines von mehrsprachigen Wissensbeständen ihrer Schülerinnen und Schüler geprägten Spanischunterrichts erfolgreich stellen können. Bei diesem Produkt handelt es sich um ein Handbuch für den Anfangsunterricht Spanisch, welches sowohl die theoretischen Grundlagen zur Mehrsprachigkeit aufarbeitet, als auch Unterrichtsmaterialien für die Praxis enthält. Das mehrsprachigkeitsförderliche Handbuch soll hierbei eine Evaluation durchlaufen, um eine höchstmögliche Akzeptanz durch die Lehrkräfte zu erreichen, die diese in ihrem Spanischunterricht einsetzen sollen (vgl. Bortz & Döring 2006; vgl. Endruweit 1997, 2002; vgl. Lucke 1998). Ziel des Handbuches ist es, bei den Lehrkräften eine positive Entwicklung des Mehrsprachigkeitsbewusstseins auszulösen und eine Umsetzung mehrsprachigkeitsförderlicher Unterrichtsverfahren anzustoßen. Durch die Überarbeitung und Optimierung des Handbuchs soll ein nachhaltiges und reproduzierbares Werkzeug zur Implementierung von schulischer und lebensweltlicher Mehrsprachigkeit in den Anfangsunterricht Spanisch geschaffen werden. Der Designprozess des Handbuchs sollte darüber hinaus insofern Rückwirkungen auf die Theorie haben, dass sich Kriterien für die Entwicklung und Passung von mehrsprachigkeitsförderlichen Materialien aufstellen lassen. Die forschungsleitende Fragestellung, die sich aus diesen Grundüberlegungen ableitet, lautet:

  • Wie muss ein Handbuch zur Umsetzung eines mehrsprachigkeitsförderlichen Spanischunterrichts gestaltet sein, um bei Spanischlehrkräften einen positiven Einfluss auf die Einstellungen zu und den Umgang mit Mehrsprachigkeit im Unterricht auszuüben?

Hierbei könnte das Handbuch auch als Grundlage für ähnliche Publikationen in anderen fremdsprachlichen Fächern dienen, da Rückschlüsse auf allgemeine Passungskriterien für mehrsprachigkeitsförderliche Materialien angestrebt werden. Letztendlich zielt das Forschungsvorhaben darauf ab, einen weiteren Beitrag auf dem Weg zur Überwindung des „monolingualen Habitus“ im deutschen Bildungswesen zu leisten (vgl. Gogolin 1994).

Vorarbeiten
Die theoretische und empirische Fundierung des Handbuches wird von vier Säulen getragen:

  • Aufarbeitung der Theorie zu Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht
  • Analyse der bisher vorhandenen mehrsprachigkeitsdidaktischen Materialien für den Fremdsprachenunterricht und speziell den Spanischunterricht
  • Dokumentenanalyse mehrerer Lehrwerke für den Anfangsunterricht Spanisch in der Sekundarstufe I
  • Ergebnisse einer Fragebogenstudie zu Einstellungen und Umgang von Spanischlehrkräften gegenüber Mehrsprachigkeit im Spanischunterricht

Auswahlbibliographie:

BORTZ, Jürgen; DÖRING, Nicola (20064): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftlicher.

Europäisches Jahr der Sprachen 2001 [Online: http://europa.eu/legislation_summaries/education_training_youth/lifelong_learning/c11044_de.htm 19.09.2011].

FÜRSTENAU, Sara; GOMOLLA, Mechthild (Hrsg.) (2011): Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit.

GOGOLIN, Ingrid (1994): Der monolinguale Habitus der multilingualen Schule. GOGOLIN, Ingrid (2008): Zur Wertschätzung von Sprachenvielfalt in Schule und Berufsvorbereitung, in: Der Deutschunterricht 5/2008, S. 2-9.

GRÜNEWALD, Andreas; KÜSTER, Lutz (Hrsg.) (2009): Fachdidaktik Spanisch.

HALLET, Wolfgang (2008): Das Klassenzimmer als olympische Arena: Integrative Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht, Praxis Fremdsprachenunterricht 3/2008, S. 3-7.

HU, Adelheid (2003): Schulischer Fremdsprachenunterricht und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit.

KONSTORTIUM BILDUNGSBERICHTERSTATTUNG (2006): Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration.

SENATORIN FÜR BILDUNG UND WISSENSCHAFT (2010): Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im Land Bremen – ausgewählte Befunde- [Online: http://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/media.php/13/20101026_Sachverstaendigenrat_Migration.pdf 19.09.2011].

(Promotionsvorhaben, Betreuer: Prof. Dr. Andreas Grünewald)